Die Zeiten, in denen man bei Hörproblemen ein langes trichterförmiges Röhrchen ans Ohr halten musste, sind glücklicherweise längst vorbei. Das beruhigt vor allem deshalb, weil es heute Hörgeräte gibt, mit denen man auch mit einer minimal erhaltenen Restfähigkeit des Hörens am ganz normalen gesellschaftlichen Alltag teilnehmen kann.
Die elektronische Hörhilfe funktioniert wie ein winziger Verstärker. Sie besitzt ein Mikrofon, in dem die Geräusche aufgefangen und digitalisiert werden. Mit verstärkter Lautstärke werden sie direkt im Gehörgang mit einem kleinen Lautsprecher wieder abgegeben. Der Vorteil dieser elektronischen Hörhilfe liegt darin, dass die Schallwellen unmittelbar in Richtung Trommelfell übertragen werden. Dabei ist die Entwicklung der Hörhilfen heute schon so weit, dass sogar störende Nebengeräusche heraus gefiltert werden können. Dadurch nimmt der Träger der Hörhilfe bestimmte Frequenzen sehr klar wahr.
Bis vor einiger Zeit war die Benutzung einer Hörhilfe vor allem für Brillenträger ein echtes Problem, da sich die Bügel der Brille und die Haltevorrichtung der Hörhilfe gegenseitig störten. Inzwischen haben sich die Hörhilfen so weiter entwickelt, dass die Technik sogar in den Brillenbügel integriert werden kann. Dieser nimmt vom Umfang her nur wenig zu, so dass es einem Außenstehenden schwer fällt, zu erkennen, dass sein Gegenüber eine Hörhilfe nutzt. Nur ein dünnes isoliertes Drähtchen gibt einen Hinweis auf ein in die Brille integriertes Hörgerät.
Doch es gibt auch Hörhilfen, die außerhalb des Ohrs genutzt werden können. Die Palette reicht hier von schnurlosen Kopfhörern bis hin zum Klingelverstärker, der neben einem deutlich verstärkten Geräusch auch noch ein optisches Signal ausgibt. Letzterer wird entweder direkt mit dem Stromkreis der Türklingel oder mit einem Sensor auf dem Lautsprecher der Klingel gekoppelt. Ähnliche Technik ist auch als Hörhilfe für das Telefon verfügbar.